Die aktuellen Ausstellungen im Stadtmuseum Wienertor

Heimatkundliche Sammlung

Im 3. Stockwerk des Tores befindet sich die heimatkundliche Sammlung. Der Raum war ursprünglich die Waffenkammer des Torturmes, - was auch an den Inschriften der Spruchbänder an den Wänden zu ersehen ist.

In 15 Vitrinen werden unter anderem alte Waffen und eine reichhaltige Sammlung von Schützenscheiben der früher vor dem Tor befindlichen Schießstätte und Kanonen aus dem 30-jährigen Krieg gezeigt. Auch Waffen und andere Fundstücke aus dem für Hainburg so tragischen Jahr 1683 werden gezeigt. Im Jahr 1683 wurde Hainburg von den Türken angegriffen und fast alle Bewohner der Stadt ermordet.

Ausstellungsstücke der alten Hainburger Nadelfabrik erinnern an die beginnende Industrialisierung im 19. Jahrhundert.

Die Zunftfahne der Hafner aus 1749 inmitten des Raumes wurde in den letzten Jahren liebevoll restauriert. Weiters werden Zunftgegenstände wie Truhen, Lebzeltermodel sowie Erinnerungen an die alte Schiffsmüllertradition gezeigt.

Urgeschichte       

Hainburg liegt in einem bereits seit 7.000 Jahren besiedelten Lebensraum. Die zwei wichtigsten Grabungsgebiete sind der Braunsberg und das Teichtal. Am Braunsberg wurden erstmals 1931 Grabungen durchgeführt. Seit 1986 laufen archäologische Untersuchungen unter der Leitung von Dr. O.H. Urban (Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Wien), wobei auch eine Rekonstruktion eines keltischen Walles samt einem Wachturm am Braunsberg aufgestellt wurde. 

Im Teichtal wurden von 1927 - 1939 durch das Naturhistorische Museum Wien und seit 1980 von Univ.Doz. Dr.J.W. Neugebauer (Bundesdenkmalamt) geforscht. Der vorläufige Stand der archäologischen Forschungen sind im Rahmen dieser Ausstellung vorgestellt.  Neben zahlreichen Fotos und Keramikfunden sind auch 3 Hockergräber ausgestellt.

Tabakgeschichte

Hainburg ist seit 1724 Tabakstadt. Zigarren, Kau- und Schnupftabak gehörten zu den ursprünglichen Erzeugnissen, bis dann Mitte des 19. Jahrhunderts die Zigarette von Hainburg aus Österreich eroberte. 1866 wurde im Donaugebäude die ersten "echt österreichischen" Zigaretten erzeugt. Im Jahre 1900 waren in der Tabakfabrik 2.405 Personen beschäftigt, mehr als ein Drittel der damaligen Bevölkerung.

Rauchutensilien wie Pfeifen und Tabaktöpfe, Tabakschneidemaschinen und andere Ausstellungsobjekte und Fotos bringen dem Besucher die Tabaktradition näher.

Unsere Fledermäuse 

Im Dachstuhl konnte sich bis heute eine Fledermauskolonie erhalten. Fledermäuse sind die einzigen fliegenden Säugetiere. Im Sommer kann man sie in der Abenddämmerung an Waldrändern, in Parks, an Gewässern und in der Nähe von Laternen bei ihrem Jagdflug beobachten. Sie ernähren sich ausschließlich von Insekten. Dabei orientieren sie sich mittels eines hoch entwickelten Echoorientierungssystemes. Laute, die nicht im menschlichen Hörbereich liegen (Ultraschall), vermitteln der Fledermaus ein räumliches Bild der Umgebung.

Die tagsüber aufgesuchten Schlafplätze liegen bei einigen Fledermausarten in hohlen Bäumen, bei anderen auf Dachböden, unter Dachschindeln und -ziegeln, hinter Holzverschalungen und in Mauerritzen. Dort sammeln sich im Frühjahr die Weibchen aus der näheren oder weiteren Umgebung, um an einer geschützten Stelle einmal im Jahr 1-2 Junge auf die Welt zu bringen. Derartige "Wochenstuben" können aus wenigen Tieren, manchmal aber auch aus mehreren hundert Fledermäusen bestehen. Unter den Hängeplätzen kann  sich mitunter eine beachtliche Menge an Fledermauskot (Guano) ansammeln. Im Dachgeschoß des Wienertors befindet sich derzeit noch eine derartige Wochenstube. Es sind besonders die „Glattnasen“ und „Hufeisennasen“ vertreten.

In den letzten Jahren ist allerdings ein erschreckender Rückgang der Fledermäuse zu verzeichnen. Alle 24 in Österreich nachgewiesenen Arten stehen auf der "Roten Liste der gefährdeten Säugetiere Österreichs" und manche von ihnen sind dem Aussterben nahe.

 Chronologie des Stadtmuseums Wienertor

1923        Franz Thier beschäftigt sich mit der Heimatforschung

1927        Einrichtung eines Ausstellungsraumes in der Volksschule

1928        Eröffnung des ersten Museums in der Volksschule

1929        Der erste Kustos Franz Thier stirbt

1935        Kurzfristige Übersiedlung in das Sparkassengebäude

1936        29. Juni Eröffnung im Wienertor

1947        Wiedereröffnung nach dem 2. Weltkrieg

1960        Erweiterungsbestrebungen

1963        Tod von Bruno Jahn

1977        Bausubstanzsicherung am Wienertor und Schließung des Museums

1981        Konstituierung der Arbeitsgruppe Wienertor

1983        Wiedereröffnung der Museums

1996        60-jähriges Jubiläum im Wienertor

1997        Sonderausstellung "Feste Feiern und Hainburger Vereine"

1999        Sonderausstellung "Hainburg in alten Ansichtskarten"

2001        Sonderausstellung "Altes Handwerk und Gewerbe"

2002        Die Homepage des Stadtmuseums geht unter www.wienertor.at ans Netz und wir sind jetzt weltweit rund um die Uhr erreichbar.

2003        Sonderausstellung "Hainburger Tabakarbeiter im 20. Jahrhundert"
               Wiederauflage des historischen Buches von Pfarrer Maurer: "Die Geschichte der Landesfürstlichen Stadt Hainburg"
               Sonderausstellung "Bekannte Hainburger Historiker neu entdeckt"
               Jugendprogramm "Schützenscheiben-Malen"
               Start der Kooperation mit dem Stadtmuseum Bratislava

2004        Sonderausstellung "90 Jahre Pressburgerbahn - von der Monarchie zur EU-Erweiterung"
               Jugendprogramm "Wir malen die Pressburgerbahn"
               Sonderausstellung "Bratislava - Hauptstadt der slowakischen Republik"
               Sonderausstellung "Veränderungen einer Eisenbahn - 90 Jahre Pressburgerbahn" im Stadtmuseum Bratislava

 

70 Jahre Stadtmuseum Hainburg im Wienertor und

25 Jahre Arbeitsgruppe Museum Wienertor

 

2007 sind es genau 70 Jahre, seitdem das Hainburger Museum im Wienertor seine Bleibe gefunden hat. Die Arbeitsgruppe, die das Museum betreut, blickt ebenfalls bereits auf 25 Jahre ihres Bestehens zurück. Zwei Anlässe, die auf die Belebung des Stadttors durch das Museum hinweisen. 

Bereits im Jahre 1927 hatten sich in Hainburg mehrere Heimatinteressierte zusammengefunden und unter dem ersten Kustos Franz Thier ein Klassenzimmer in der Volksschule als kleines Museum eingerichtet. Platzmangel und ungeeignete Raumvoraussetzungen ließen aber bald die Idee aufkommen, das Museum im Wienertor unterzubringen. Am 29.6.1936 war es so weit, dass Kustos Bruno Jahn die Räumlichkeiten im 1. Stock des Turms als Museum eröffnen konnte.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Museum im Jahre 1948 wieder zugänglich gemacht und Bruno Jahn betreute es weiter bis zu seinem Tode 1963. Danach war es in seiner ursprünglichen Form noch bis 1977 unter Kustos Rudolf Metzker zugänglich und musste dann wegen dringender Restaurierungsarbeiten am Tor geschlossen werden.

Im Jahre 1981 konstituierte sich die bis heute bestehende Arbeitsgruppe Museum Wienertor, deren erste Aktivität eine Neuaufstellung im Museum war. Zwei Jahre später wurde bereits das Museum in seiner neuen Form eröffnet. Heute präsentiert sich das Stadtmuseum Wienertor als Heimatmuseum mit Ausstellungen zur Tabak-, Ur- und Stadtgeschichte. Außerdem werden laufend Sonderaustellungen und Erweiterungen der einzelnen Ausstellungsbereiche vorgenommen. Die Arbeitsgruppe hat neben ihrer Tätigkeit im Museum auch eine Reihe von Kooperationen mit Partnermuseen aufgebaut, veranstaltet Jugendprogramme mit den örtlichen Schulen und versucht die Zeitgeschichte der Stadt laufend weiter zu führen, sodass die Besucher von morgen ein anschauliches Bild der vergangenen Zeiten von Hainburg vorfinden können.

Aus Anlass des 70-jährigen Jubiläums möchte sich die Arbeitsgruppe bei allen Förderern, Gönnern und Freunden des Museums für ihre Unterstützungen und ihr Interesse bedanken und freut sich, wenn das Museum weiterhin besucht wird. Hainburg hat mit dem Wienertor-Museum die Besonderheit aufzuweisen, dass mit dem Besuch des Stadtmuseums die Innen-Besichtigungsmöglichkeit des bedeutendsten Stadttores Mitteleuropas verbunden ist.